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Willkommen beim GLAS Automobilclub International e.V.

Bild des Monats

Hier erleben Sie die spannende Geschichte einer kleinen innovativen Automobilfabrik aus Dingolfing in Niederbayern. Diese Firma entwickelte in nur 15 Jahren eine komplette Produktpalette. Angefangen hatte es mit dem Goggo Roller, zu dem sich wenig später das Goggomobil gesellte. Weiter ging es mit dem Isar und der 04-Serie, die 1965 mit dem 1204 TS die deutsche Tourenwagenmeisterschaft gewann. Dann kamen die von Frua gezeichneten bildschönen GLAS GT und die 1700er Limousine sowie schließlich das Achtzylinder Luxuscoupé GLAS 3000 V8 dazu.
Treten Sie ein, es gibt hier viel zu entdecken.

Uwe Gusen
1. Vorsitzender                                          "Unsere Website" -> PDF   

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GLAS und die Bundeswehr

Für die meisten GLAS-Liebhaber und GLAS-Fahrer unbekannt, war die Firma GLAS unter der Firmenbezeichnung "ISARIA" in der Fertigung von Fahrzeugen und Ausrüstungs-Gegenständen für die Bundeswehr tätig. In den besten Zeiten wurde bis zu einem Drittel des GLAS-Gesamtumsatzes aus der Fertigung für die Bundeswehr erzielt.
Es ist noch allzuviel über diese Fertigungsschiene bei GLAS gekannt.

Die Fertigung von Wehrtechnik bei GLAS lässt sich in folgende Bereiche aufteilen:

GLAS Schwimmwagen: LKW 0,5 t gls (4x4) FMS

Unter dieser Bezeichnung versteckt sich das wohl für normale GLAS-Fahrer interessanteste Militär-Projekt: der GLAS Schwimmwagen.
Als Konzept "LKW 0,5 t gl schwimm (national)" von Glas gebaut und später von BMW weiterentwickelt (auch noch mit MAN-Motor), Von GLAS hat es nur EIN Fahrzeug gegeben, bevor bei BMW daran weitergearbeitet wurde. Die Veränderungen sind gegenüber dem GLAS recht geringfügig, abgesehen vom neuen Motor.
Entwicklungsbeginn bei GLAS 1960, 1964 mutiert zum 0,5-Tonner, 1966 wurde ein Prototyp gebaut.
Ganz sicher hat BMW je 2 Prototypen mit BMW-Otto- und MAN-Vielstoff-Motor gebaut. Definitiv wurden die Prototypen Nr. 1-3 im Jahr 1974 durch Crash-Versuche zerstört (FG-Nr. 1002, 1003 und 1005). Ein BMW-Prototyp befindet sich im Museum der Wehrtechnischen Studiensammlung des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz. Diese Fahrzeuge waren mit Frontmotor ausgestattet.
Bei der späteren trinationalen Entwicklung des "Europa-Jeep" begann man mit der Gruppe "Glas/MAN-Fiat-Renault/Saviem", gebaut wurden die Fahrzeuge dann als "Fiat-MAN-Saviem" (FMS). Der FMS ist mit einem Heckmotor ausgestattet, auch hiervon befindet sich ein Prototyp im Museum der Wehrtechnischen Studiensammlung.

GLAS-Prototyp, SchwimmtestGLAS-Prototyp, Schwimmtest Der FWS-PrototypDer FWS-Prototyp

BMW-PrototypBMW-Prototyp im  Museum der Wehrtechnischen Studiensammlungim Museum der Wehrtechnischen Studiensammlung Fotos: Stefan DreilingFotos: Stefan Dreiling

 

Programm und Bilder von der Erprobung des GLAS-Prototyps im Juni 1967 (PDF)

 1   Programm   PDF
 2   Erste Geländefahrt   PDF
 3   Erster Schwimmversuch   PDF
 4   Erster Schwimmversuch in fließendem Wasser   PDF
 5   Verlastung von Gerät 1   PDF
 5b Verlastung von Gerät 2   PDF
 6   Verlastung von Rüstsätzen   PDF

 

Literatur hierzu: Hasso Erb: "Schwimmwwagen", Motorbuchverlag Stuttgart, René Pohl/Rüdiger Haack: "Mit dem Auto baden gehen", Heel-Verlag, Königswinter, Anweiler-Blank (d.i. "Die Rad- und Kettenfahrzeuge der Bundeswehr"), Zeitschrift OffRoad, Ausgabe 6/2002, 4-seitiger Artikel mit 8 Fotos (BMW Mobile Tradition).

Koffer-Aufbau 1,5 t für Unimog "S" (404)

Die geschlossene Doppelkabine der UNIMOG 404-Aufbauten wurden - den vorliegenden Unterlagen zufolge - zum überwiegenden Teil von GLAS gefertigt. Darunter auch Ausstattungen für Feldküche, Lazarett oder Funk (Sonderkoffer Fm 1,5t), alle lackiert in RAL 6014 gelboliv.
Vom Unimog Typ 404 wurden total 62.551 Stück gefertigt, davon 62.462 E mit dem "alten" Fahrerhaus (404.1 - nur diese wurden von der Bundeswehr beschafft), 10078 Koffer-Aufbauten von der Bundeswehr bestellt - es ist nicht bekannt, wieviele davon mit GLAS-Aufbauten ausgestattet wurden. Die Angabe der Zuladung (1,5t) bezieht sich immer auf die Zuladetonnage ohne Aufbau. Der Radstand mit 2.670 mm gab es nur 1955, ab 1956 verlängert auf 2.900 mm mit gleichzeitig kleinen Abänderungen an Blinkern, Scheibenwischern und Motorhaubenverschlüssen. Diese Version wurde dann als 404 B bekannt. Wegen einheitlicher Ersatzteilversorgung ließ die Bundeswehr danach keine (wesentlichen) Änderungen mehr zu.
In der Fertigungs-Zeit der Unimog-Aufbauten wurden die Koffer auch mehrfach in Details geändert, wie z.B. unterschiedliche Fenstergrössen, andere Türeinstiege, andere Lüftungsklappen und mehr Dachluken, anderer Boden, sowie leicht abgewinkelte Antennenöffnungen und und ...
Nach dem Ende von GLAS wurden die Koffer bei anderen Firmen gefertigt und repariert.

Aufbauten 5 t für MAN 630

Bei den Aufbauten für den MAN 630 war GLAS nur einer unter mehreren Lieferanten. Dabei hat GLAS anscheinend die "Spezial-Aufbauten" gefertigt, so z. B. die Feldküche (Fkü) mit Kochstelle im vorderen Teil des Koffers aus Edelstahl, der Standart-Holzboden mit Alu-Profilblechen beplankt, Wände mit Heraklit-Platten verkleidet, i.d.r. mehr Dachlucken, leicht an den Kiemenblechen vorne links und rechts zu erkennen.
(Hans Glas GmbH, Isaria Maschinenfabrik Dingolfing Bayern, Typ: 5to Fkü, Fabrik-Nr. 371194, Baujahr 1963.)

Besonders interessant die 12 mobilen Flughafentower (Fsa70) auf MAN 630, von denen sich heute noch einige im aktiven Einsatz befinden. Das Dach wurde zurückgeschoben, der Tower ausgefahren und der Feldflughafen war betriebsbereit, zu sehen z.B. in einemBeitrag über die alten Autobahn-Notlandeplätze in Deutschland.
Vom MAN 630 L 2 A mit Kofferaufbau wurden 7656 Stück gefertigt. Es ist unbekannt, wieviele und welche Aufbau-Typen von GLAS für den MAN 630 L 2 A gefertigt wurden, andere Hersteller waren Bauer/Köln, Blumhardt/Wuppertal, Zeppelinwerke/Friedrichshafen. Es hat Kofferart I und einen B-Kofferaufbau gegeben.

1-Achs-Anhänger 1,5 t

Wie der Prospekt beweist, versuchte GLAS diesen Einachs-Anhänger auch zivil zu vermarkten. Der Haupt-Abnehmer jedoch war die Bundeswehr. Die Stückzahl der Hänger ist uns nicht bekannt, betrachtet man die Fahrgestellnummer des Hängers von 1962, so muss die Stückzahl erheblich gewesen sein. Leergewicht 1200kg, Zuladung 1500 kg, Deichsel-Stützlast 70-100 kg.

 

LKW 0,75 t gl (KRAKA)

Ab 1962 entwickelte die Firma Zweirad-Union AG Nürnberg ein kleines Mehrzweckfahrzeug für Land- und Forstwirtschaft mit einem Goggomobil-Zweitaktmotor von GLAS, das jedoch kein Verkaufserfolg wurde. Mehr dazu auf unseren KRAKA-Seiten.
Da die Bundeswehr zur Beweglichmachung ihrer Luftlande-Einheiten einen fallschirmabwurftauglichen Rüstsatzträger benötigte, erfolgte nach zwischenzeitlicher Übernahme des Projektes durch die Firma Faun mit BMW-Boxermotor die Weiterentwicklung des Gerätes zum LKW 0,75 t gl KRAKA. Dieser "Kraftkarren" ist zusammenklappbar und kann im Gelände bis zu 750 kg Nutzlast oder sieben Soldaten transportieren. Nach eingehender Erprobung wurden in den Jahren 1974 / 1975 insgesamt 860 Stück geliefert.
(Quelle: Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung
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