Goggomobil und Motorsport in Finnland 2007

Suomen Koneliike Oy Helkama-Auto hatte das erste professionelle Rallyeteam in Finnland. Meist fuhren sie Skoda, aber mit dem Goggomobil hatten sie eine kurze und erfolgreiche Zeit in den finnischen Rallye- Wettbewerben. Der erfolgreichste Goggomobil- Fahrer war Suomen Koneliike Oy's Werkstatt Manager Rainer Eklund, der ebenso als Rallyeteam Manager arbeitete. Rainer Eklund ist der sechsfache Klassengewinner der Hankiralli 1956-1963 (auf Goggomobil und Skoda) und ein Klassengewinner der Rallye Monte Carlo als Beifahrer von Esko Keinänen (Skoda).
Diese Geschichte basiert auf einen Artikel im finnischen Motorsport Magazin Vauhdin Maailma's aus 1997 über Rainer Eklund und meiner Verabredung mit ihm im letzten Winter.

Rainer Eklund erinnert sich, dass es seine eigene Idee war, mit dem Goggomobil in Rallyes zu fahren. Suomen Koneliike Oy kaufte die Rallyemotoren in Deutschland und baute sie in die Wagen in Finnland ein. Die Glaswerke gaben keine finanzielle Unterstützung, jedoch technische Ratschläge. Die Rennteile bekamen sie bei Albert Racing. Zur besten Zeit hatte das Suomen Koneliike Rallye Team fünf Rallye Goggomobil.
1956 fuhr ich in der Hankiralli mit dem Goggomobil T300. Zu dieser Zeit führte man einen Le Mans Start durch. Wegen der Selbstmördertüren und der Dynastartanlage war das Goggomobil beim Start unbesiegbar. Während andere Fahrer den Motor starteten war das Goggomobil bereits auf dem Weg.
Mein Beifahrer war mein Schwager Henrik Träskman. Er war 1,85 m groß und wog 100 kg. Wenn aber einige von ihnen denken, dass das Goggomobil ein kleines Auto ist, kann ich Ihnen erzählen, dass genug Platz für ihn war. In dieser Rallye hatten wir niemals Spikes und in einer Kurve verlor ich die Kontrolle über mein Fahrzeug. Wir rutschten so tief in den Schnee, dass wir die Türen nicht mehr öffnen konnten. Glücklicherweise beobachtete die Belegschaft von Suomen Koneliike Oy die Rallye. Sie trugen unser leichtes Auto aus dem Schnee.
Wir hatten eine harte Konkurenz mit Leo Laine, der einen Moskovitsch fuhr. Auf der Eisbahn versuchte Laine uns zu zeigen, wie schnell sein Moskovitsch war. Ganz gleich wie schnell wir fuhren, auf der Moskovitsch war immer schneller auf der Geraden. Auf einer Geraden versuchte Laine uns zu überholen als er plötzlich die Haftung verlor und im Schnee versank. So gewannen wir unsere Klasse ebenfalls auf der Eisbahn. Sie können hier ein Bild von diesem Ereignis sehen. Rainer Eklund
In Jyväskylän Suurajot (heute Neste Oil Rallye Finnland) gewannen wir ebenfalls unsere Klasse. Diese Rallye ist sehr für ihre Sprünge und Schotterstrassen bekannt. Das Goggomobil war ein sehr guter Wagen für diese Sprünge. Um das Gewicht auszugleichen hatten wir einen Sandsack im vorderen Wagen.
Ich fuhr ebenfalls einen Glas Isar, aber da ich gern einen Wagen mit Heckmotor und Heckantrieb fuhr, liebte ich es nicht besonders mit dem Isar zu fahren. Deshalb wechselte ich auf einen Skoda.
Nach dem Goggomobil war der GLAS ein sehr seltener Wagen im finnischen Motorsport.
Es gab einzelne Fahrer mit der GLAS 04er Serie, aber ohne großen Erfolg.
Rainer Eklund/Arno Seppänen
Übersetzung: Uwe Gusen

                   

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